Dr. Erika Fuchs Haus

Wettbewerbsbeitrag für ein Museum zu Ehren der Übersetzerin der Donald Duck Comics in Deutschland, Dr. Erika Fuchs, in Schwarzenbach an der Saale, 3.Preis

Städtebau / landschaftliche Einfügung Das Dr.-Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale wird am Standort Bahnhofstr. 12 als Museumsneubau errichtet. Das Grundstück liegt zentral im Altstadtkern, gut zu erreichen über die Schnellstraßen und den regionalen Bahnverkehr. Die auf dem Grundstück vorhandenen, baufälligen Gebäude werden als nicht erhaltenswert eingestuft und rückgebaut. Der Neubau orientiert sich hinsichtlich seiner Abmessungen an der derzeitigen Bebauung und erstreckt sich zwischen Bahnhofstraße und Hühnergasse auf die ungefähr halbe Grundstückslänge. Der ehemalige Innenhof wird geschlossen bebaut, vier geneigte Dächer verbinden spielerisch die beiden Hauptgebäude, das ehemalige Vorderhaus und der rückwäretige Schuppen. Das Gebäude erhält zwei Ausstellungsgeschosse (EG und OG) und ein Dachgeschoss mit Haustechniknutzung. Das Erdgeschoss wird von der Bahnhofstraße im Südwesten erreicht und entwickelt sich aufgrund des Geländeanstiegs in Nordost-Richtung zu einem Untergeschoss.

Funktionserfüllung Die Anordnung der Dauerausstellung in einer Geschossebene ermöglicht die fortlaufende Besucherführung ohne Unterbrechungen durch Zwischenbereiche wie Treppenhäuser oder andere Übergangsräume. Zusätzlich eröffnet die Überhöhung in die nächste Ebene die Möglichkeit für besondere Räume und übergroße Ausstellungsobjekte oder Projektionen, in diesem Fall im ersten und letzten Raum der Ausstellung. Der direkte Bezug zum Eingangsbereich und der Straße weckt das Interesse des Besuchers unmittelbar beim Betreten des Gebäudes.

Die Organisation des Foyers verfolgt das Konzept der Mehrfachnutzung zur Optimierung der Flächen nach raumplanerischer Maßstäben. Durch eine flexible Trennwand kann ein Bereich der Eingangsebene abgetrennt werden und für Abendveranstaltungen genutzt werden. Das angrenzende Lager ist auch als Küche nutzbar, hier können Speisen erwärmt werden. Der Shop ist mit flexiblen Möbeln auf Rollen ausgestattet, die frei im Raum bewegt werden können. Der Empfangstresen ist abschließbar und hat einen integrierten Tresor, dadurch kann ein zusätzlicher Kassenraum entfallen. Ziel ist es die freie Fläche so flexibel wie möglich zu nutzen, als Gruppenaufenthalt vor und nach der Ausstellung, temporäre Ausstellungsfläche, Workshops mit Kindern oder Versammlungsort für die Bewohner Schwarzenbachs.

Gestaltung Obwohl sich die Kubatur des Museums an den heute vorhandenen Gebäuden orientiert, gelingt durch die monolithische Zusammenfassung der Volumina eine expressiver und moderner Gesamtausdruck. Das Fassadenmaterial Holz als ein traditioneller Baustoff, gewinnt durch seine neuartige Behandlung einen zeitgemässen Bezug. Die Verwendung des selben Materiales in Fassade und Dachdeckung sowie die ungewöhlichen, spielerischen Fensteröffnungen verleiht dem Museum etwas kindliches, ja vielleicht sogar – comic-haftes, ohne die Bilder der Dr. Erika Fuchs Übersetzungen nachzubilden. Als Grundthema für die Oberflächen gilt Klarheit und Ehrlichkeit. So wird nach Möglichkeit den Eigenfarben der verwendeten Baustoffe der Vorrang gegeben. Geschliffener Betonestrich, verputzte Wände und Sichtbeton, sowie Holz bei den Möbeln und durch Parkett in Sonderausstellung und Verwaltung sind Hauptgestaltungselemente der Innenarchitektur.

3. Preis in beschränktem Wettbewerb, April 2011 Stadt Schwarzenbach an der Saale Wettbewerbe